SpringbrunnenDie Gemeinde Kromlau ist, wie der benachbarte Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, eingebettet in die abwechslungsreiche und eindrucksvolle Landschaft des Muskauer Faltenbogens. Sie liegt inmitten des Landschaftsschutzgebietes „Kromlau-Gablenzer Restseengebiet“. Mit dem Rhododendronpark besitzt der Ort eine Sehenswürdigkeit, die weit über die Grenzen der Lausitz hinaus berühmt ist. Besonders, wenn zur Blütezeit der immergrünen Rhododendren und sommergrünen Freilandazaleen der Park sich in ein Blütenmeer verwandelt, ist Kromlau Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus nah und fern.

Restsee bei KromlauDas kleine idyllische Dorf, dessen sorbischer Name Kromola lautet, besitzt eine bewegte Vergangenheit. Die erste bekannte Erwähnung von Kromlau datiert aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Es ist jedoch anzunehmen, dass der Ort bedeutend älter ist. Nicht eindeutig geklärt ist die Herkunft des Ortsnamens. Der Gablenzer Pfarrer Adolf Aisch berichtete in seiner 1909 erschienenen Chronik, dass der Name sich von „chrony law“ ableite, was so viel wie schiefe, krumme Jagd oder Ackermark bedeute. Andererseits zieht er auch das Wort „Kroma“ – der Rand – als Begriffsursprung in Betracht (Aisch 1909, S. 122). Neuere Forschungen beziehen sich auf eine andere Herleitung und deuten den Namen als „umstrittenes Stück Land“ (Eichler 2010, S. 88). Sicher ist, dass die Ortsbezeichnung aus dem Slawischen kommt.

Über Jahrhunderte bestimmten die jeweiligen Eigentümer des Rittergutes die Geschicke des Ortes. Erst als Friedrich XI. (XVII.) Leopold, Graf von und zu Egloffstein-Arklitten (1838–1921) im Jahr 1889 Kromlau erwarb, hatte der ständige Besitzerwechsel ein Ende. Kromlau nahm unter der sachkundigen Leitung der Familie von und zu Egloffstein einen großen Aufschwung. Der Gutsbetrieb wurde modernisiert und rentabel gestaltet. Forst- und Landwirtschaft sowie die Fischzucht in den Teichen und Senken des Faltenbogens trugen zum Wohlstand des Ortes bei. Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Gut ungefähr 443 Hektar, wovon allein 222 Hektar auf Forst und Park und 20 Hektar auf die Gewässer entfielen (Aisch 1909, S. 141).

Badesee KromlauBis 1817 hatte Kromlau zum schlesischen Kreis Sagan (polnisch: Žagan) gehört und unterstand danach bis 1945 der Verwaltung des Kreises Sorau (polnisch: Žary). Später wurde der Ort dem Kreis Forst, 1948 dem Kreis Spremberg und mit Auflösung der Länder im Jahr 1952 dem Kreis Weißwasser zugeordnet. Aus den ehemaligen Braunkohlegruben entstanden idyllische Teiche, so der Hechtteich, der große und der kleine Nickelteich und der heutige Badeteich. Dessen Ausbau begann im Jahr 1966 mit dem Ziel, Kromlau als attraktiven Erholungsort zu entwickeln. Am Nordufer des Gewässers wurde Ende der 1970er Jahre ein Campingplatz angelegt. Im ehemaligen Forstgarten entstand eine Bungalowsiedlung mit etwa fünfzig Ferienhäusern. Im Jahr 1992 wurde Kromlau an das Schienennetz der Waldeisenbahn Muskau angeschlossen und zwei Jahre später ein Bahnhofsgebäude im südlichen Parkbereich errichtet. Heute ist Kromlau ein Ortsteil der Gemeinde Gablenz und gehört zum Landkreis Görlitz. Die wirtschaftliche Grundlage der Gemeinde basiert auf Landwirtschaft, Handwerk sowie Dienstleistungen für Naherholung und Tourismus.

* Broschüre “Rhododendronpark Kromlau” - Auszüge - Kathrin Franz - Landschaftsarchitektur Franz